Sie sind hier: Historie

Betriebe in Ihrer Nähe

Login für Innungstischler

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Login:
Passwort:

Login einrichten

Login-Daten nicht bekannt? Wenden Sie sich bitte an: Fachverband Tischler NRW, T. 02 31 / 91 20 10-16, sarach-sen@tischler.nrw

Kontakt

Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt
Platz des Handwerks 1
D-41065 Mönchengladbach
T.  +49 (0)21 61 / 49 15-0
F.  +49 (0)21 61 / 49 15-50
info@tischler-mg.de

Eine über 100-jährige Institution

In einem solchen Alter ist es wohl angebracht, auf die Wurzeln und das Leben dieser Organisation vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2000 zu schauen. Die Ursprünge unserer Innung reichen noch wesentlich weiter zurück.
Nimmt man die Zünfte als Vorläufer, so findet man die Zunft der Schmiede und Schreiner schon im Jahre 1518 erwähnt und durch den erforderlichen Amtsbrief bestätigt. Er sah bereits damals die Bestrafung von Schwarzarbeit „im Verkenstecken" (frei übersetzt: im Versteckten arbeitet, also heimlich) vor.

Das 18. Jahrhundert gilt als Niedergang der Zünfte. Unter dem 15. März 1768 hob Kurfürst Karl Theodor alle von ihm nicht selbst bestätigten Zünfte, auch die Gladbacher Zünfte, auf." (siehe Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Schreiner-Innung M. Gladbach). Sie konnten dann aber im bescheidenen Rahmen bis zur Franzosen-Herrschaft noch bestehen. 1811 brachte Preußen die Gewerbefreiheit, die es erlaubte, auch ohne Meisterschaft Betriebe zu führen.
1869 folgte eine Gewerbeordnung, die wiederum 1898 eine Novellierung erfuhr und die Grundlage zur Neuorganisation des Gewerbes schuf. In der Gladbacher Zeitung erschienen allerdings 1885 im März per Anzeige Einladungen zur Gründung einer Innung der Schreiner und verwandter Berufe und am 4. April 1885 eine Information in der Zeitung über eine am 31. März 1885 stattgefundene Versammlung, deren Inhalt uns auch heute nicht befremdet.

Was in den Jahren bis 1899 geschah, ist zur Zeit nicht bekannt. Als Folge des oben erwähnten Gesetzes von 1898 kam es zur Gründung der Schreiner- Innung M. Gladbach, deren Satzung im Jahr 1900 behördlich genehmigt wurde und unter städtischer Aufsicht ihre Aufgaben wahrnahm.
Ein Dokument von 1919 zeigt, dass nach dem 1. Weltkrieg die Schreiner-Innung zunächst - wie viele andere Innungen - nur als Zwangsinnung fortbestand.

Zwischenzeitlich wurde 1907 die „Freie Schreiner-Vereinigung" der Stadt Rheydt in das Register des königlichen Amtsgerichtes eingetragen. Aus ihr erwuchs zum Ende des Jahres 1908 für alle selbständigen Tischler die „Freie Innung" der Stadt Rheydt, die ein Jahr später einem neu gebildeten Innungsausschuss der Stadt beitrat. 1925 feierte die Schreiner-Innung M. Gladbach - wie eine Festschrift belegt - am 26. Oktober ihr 25-jähriges Bestehen in den Räumen des Städtischen Saalbaus in der Wallstraße.

Die folgenden Jahre bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden mehr und mehr von den Nationalsozialisten und dem Krieg selbst bestimmt. Monate nach Ende des 2. Weltkrieges kam der Aufruf, die Innungen wieder zu beleben.
So wurde in Rheydt zunächst Franz Thelen kommissarisch von der Besatzungsmacht eingesetzt, später in einem ordentlichen Wahlverfahren bestätigt und 1947 von Heinrich Theißen abgelöst. In M. Gladbach wurde 1946 Otto Fournell in freier Wahl Obermeister.
Das Jahr 1950 war nach den schweren Kriegsjahren nicht dazu angetan, das 50-jährige Jubiläum der M. Gladbacher-Innung festlich zu begehen. Statt dessen stiftete anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt M.-Gladbach für jedes in diesem Jahr erstgeborene Kind eine Wiege. Diese wurden in der damaligen Lehrwerkstatt im Schulgebäude am Platz der Republik - wo auch die Jubila stattfand - gefertigt. Ungefähr 70 mal konnte dieses Geschenk an die Eltern überreicht werden.

Die Übergabe der 50. Wiege

Neun Jahre später, 1959, war es dann die Tischler- Innung Rheydt, die ihr 50-jähriges Bestehen am 30. Mai im großen Saal der Stadthalle Rheydt feiern konnte. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung kam es 1975 zu der Zusammenführung von Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath. Seit dieser Zeit versuchte man immer wieder die Mönchengladbacher und Rheydter Innung zu vereinen, da sie z.B. in Ausbildungsfragen schon länger eine gemeinsame Basis hatten. Es dauerte noch bis zum Jahre 1992 als sich die beiden Innungen unter dem Namen "Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt" nach Beseitigung mancher Widerstände zusammenschlossen.

Die Aufzählung der Ereignisse im Laufe der Jahre sagt noch nicht viel über die Wirkkraft unserer Innung. Diese lässt sich erst ermessen, wenn man die Protokollbücher der letzten Jahrzehnte verfolgt: Ohne ins Detail. zu gehen, sollten einige Schwerpunkte der Innungsarbeit (oder besser: Einigungsarbeit) herausgestellt werden:

  • Information und Erläuterung von Gesetzen für das Handwerk, vor allem Sozialgesetze oder Umweltauflagen,
  • Anregungen für den übergeordneten Verband, die Kammer oder die zuständigen Politiker,
  • Tarifpolitik und die jeweilige Arbeitsmarktsituation, bzw. Auftragslage,
  • fachliche Weiterbildung bei der ständigen Fortentwicklung der vielfältigen Materialien und den technischen Verbesserungen der Maschinen,
  • Klärung von Ausbildungsfragen als Grundlage eines soliden Handwerks,
  • Zusammenwirken mit der Berufsschule und Gestaltung der überbetrieblichen Unterweisung.

Ausflüge und Feiern zeugen auch heute noch davon, dass sich die Innung wie eine Tischlerfamilie versteht. Gemeinsam besucht man z.B. Betriebe der Zulieferer oder Museen über die Geschichte der Handwerkskunst.

In den 1980er Jahren zeigten die Innungen von Mönchengladbach und Rheydt ihr soziales Engagement in der Beteiligung am Christkindlmarkt - eine Organisation zur Unterstützung hilfsbedürftiger junger Menschen - durch den Verkauf von Gebrauchsgegenständen, die in den Lehrwerkstätten zu damaliger Zeit gefertigt wurden. In diesen Jahren konnten ca. 175.000 DM überwiesen werden.

Das 100-jährige Jubiläum war selbstverständlich ein Grund für ein Fest.

Der Dank für die unterstützende Tätigkeit in der Innung gilt allen verstorbenen und lebenden Personen. Unsere Hoffnung für die Zukunft liegt darin, dass sich die Arbeit der Innung weiterhin fruchtbar gestaltet und das Handwerk einen goldenen Boden hat.