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    Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt
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    Tischler-Azubis auf den Spuren des Designs

    Mönchengladbach, 25. November 2017 – Ein Möbelstück bauen zu können, das funktioniert und gleichzeitig gut aussieht, macht aus einem Auszubildenden am Ende seiner Lehrzeit einen Gesellen. In Mönchengladbach hat es Tradition, vor der großen Abschlussprüfung einen Probelauf durchzuführen: das „kleine Gesellenstück“. In diesem Jahr wurde besonderes Augenmerk auf die künstlerische Gestaltung der Gebrauchsgegenstände gelegt.

    Nicht alles, was funktioniert, sieht auch gut aus. Deshalb lautete die Themenvorgabe des Berufskollegs für die Nachwuchstischler im dritten Lehrjahr dieses Mal: „voll gut – leer gut“. Damit war gemeint, dass das Gebrauchsmöbel, zum Beispiel ein Schrank oder ein Aufbewahrungsregal, natürlich zunächst seinen Zweck erfüllen, Dinge aufnehmen können und somit gefüllt gut sein soll. Dazu müssen die Tischler-Azubis ihr Handwerk beherrschen, denn die Prüfer erwarten von jedem Stück, dass es mindestens ein Drehelement, etwa eine Tür oder Klappe, und außerdem einen gezinkten Schubkasten enthält. Aber Funktion ist nicht alles, auch eine gute Form ist gefragt. Deshalb bestand der Arbeitsauftrag noch aus einem zweiten, gleich gewichteten Teil: Das Gebrauchsmöbel soll auch leer gut aussehen und wie ein Kunstobjekt wirken.

     

    Als Präsentationstermin der „kleinen Gesellenstücke“ wurde der 25. November festgesetzt. Den Rahmen gab der Tag der offenen Tür des Berufskollegs für Technik und Medien am Platz der Republik vor. Die Generalprobe für die Gesellenprüfung fand also nicht nur vor den Ausbildern, sondern bereits vor größerem Publikum statt. Vielen Azubis stand die Anspannung ins Gesicht geschrieben, einige hatten noch bis spät in die Nacht in ihrem Ausbildungsbetrieb letzte Hand an ihr Möbel gelegt. Erst nach der Bewertung durch die Prüfer wurden sie wieder locker. Von denen gab es viel Lob. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Gestaltung hatte zu zahlreichen überraschenden und gelungen umgesetzten Ideen geführt. Und nicht nur im schönen Detail, sondern vor allem im durchdachten Konzept zeigte jedes der insgesamt 26 Stücke Designklasse.

     

    Mit ihrem „kleinen Gesellenstück“ haben die Tischler-Azubis ein Projekt gemanagt, das sich in Planung und Ablauf genau am praktischen Teil der Abschlussprüfung orientiert. Die Möglichkeit zu so einer Generalprobe gibt es in ganz NRW nur einmal, nämlich bei der Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt in Kooperation mit dem Berufskolleg für Technik und Medien am Platz der Republik. Der Aufwand an Zeit, Initiative, Organisation und nicht zuletzt Material ist groß. Effizient kann das nur dann laufen, wenn alle Ausbildungsstränge eng miteinander verknüpft werden: der des Berufskollegs mit dem der Ausbildungsbetriebe und dem der Innungswerkstatt, wo die überbetriebliche Lehre (ÜBL) stattfindet. Am Beispiel Designkunde, auf die in diesem Jahr besonderer Wert gelegt wurde, lässt sich dieses erfolgreiche Zusammenspiel gut nachverfolgen.

     

    Als die Azubis im August bei ÜBL-Leiter Lars Bürschgens zum Abschluss ihres Oberflächen-Kurses Kistentrommeln bauen durften, mussten sie sich bereits ein Designkonzept einfallen lassen. Er gab jedem ein Blatt Furnier für die Rückseite ihrer Cajón und ließ sie darin nach einem Motiv suchen. Der eine entdeckte in der von der Natur vorgegebenen Struktur einen Fuchs, ein anderer einen Baum, ganz nach Wunsch und Wahrnehmung. Der Konzeptauftrag lautete dann, das gefundene Motiv in eine grafische Form für die Vorderseite der Kistentrommel zu übersetzen und dort aufzulackieren. Die Umsetzung machte Spaß und brachte Stolz; einige der Trommeln wurden bei der Präsentation der „kleinen Gesellenstücke“ noch einmal gezeigt. Die Lehrerinnen des Berufskollegs knüpften an dieses erste Designexperiment direkt nach den Sommerferien an.

     

    Anfang September hielt Dirk Classen, Vorstandsmitglied der Tischler-Innung Mönchengladbach/Rheydt und Diplom-Ingenieur für Architektur, vor der Berufsschulklasse einen Gastvortrag zu den Grundregeln der Gestaltung. Einiges davon war den Azubis bereits aus der Intuition heraus bekannt, anderes konnten sie dadurch Schritt für Schritt lernen: Weniger ist bei einem guten Design mehr. Einfache Kontraste wirken, zu viele stiften Verwirrung. Ein schickes Detail kann nur in einem stimmigen Gesamtkonzept glänzen. Wie es bei den „kleinen Gesellenstücken“ zu sehen war, haben die Azubis aus diesen Lehreinheiten viel mitgenommen. Ob sie den Erfolgskurs halten können, wird sich Anfang Juli 2018 bei der Gesellenprüfung und auch beim Wettbewerb „Die gute Form“ zeigen, bei dem die Mönchengladbacher gegen die Besten aus ganz Deutschland antreten.

    20.12.2017 14:17 Alter: 61 Tage